Wiesentaler Geschenk für Postmuseum Rheinhausen
Was ist ein Sackschloss? Nichts Unanständiges vermuteten gleich die Rheinhäuser und Wiesentaler, aber genau wussten sie es auch nicht. Immerhin, das Postmuseum Rheinhausen ist jetzt im Besitz einer solchen Rarität. Beim Besuch des Gesangvereins Sängerbund im Postmuseum überreichte der Wiesentaler Karl Bender dem Vorsitzenden des Heimatvereins Rheinhausen, Heinz Kraus, ein uraltes wunderschönes Sackschloss. Laut Geschenkgeber stammt es aus dem Jahr 1867.
„Sackschloss" ist die offizielle Bezeichnung. Verwendung fand es beim badischen Zoll zum Verschließen eines Postsacks aus Leinen oder Hanf. Wie Bender berichtet, wurde das Unikum vor gut 140 Jahren in Handarbeit aus Messing gefertigt. Die Zersplitterung in einzelne Territorien und Länder hatte dazu geführt, dass es in Deutschland um das Jahr 1800 noch 1.800 Zollgrenzen gab. Damals mussten alle wertvollen Zollgüter gut verschlossen versendet werden. Der Postsack zählt zu den ältesten noch in Gebrauch befindlichen Aufbewahrungsmitteln für Postsendungen.
Hilfsreich für die Verwendung des Postsacks mitsamt dem Sackschloss ist sicherlich ein angebliches Merkblatt der Deutschen Post, in dem es heißen soll: „Sollte es sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsacks herausstellen, dass ein in einem Wertsack versackter Versackbeutel statt im Wertsack in einem der im Wertsack versackten Wertbeutel versackt werden muss, so ist die in Frage kommende Versackstelle unverzüglich zu benachrichtigen."